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Du liest Feeding the Family – deinen wöchentlichen Newsletter rund ums Kochen mit und für die Familie. Immer echt, immer regional, immer mit Herz. Hier findest du Ideen fürs Meal Prep, das beste Schulbrot und Inspiration, noch mehr Neues auszuprobieren. Schön, dass du dabei bist ❤️
Und mal ehrlich: Der Familienalltag ist oft ganz schön turbulent – zwischen Job, Kita, Schule und Haushalt bleibt das Kochen manchmal auf der Strecke. Aber genau deshalb sitzen wir alle im selben Boot. Niemand hat immer die perfekte Lösung oder endlos Zeit, und das ist völlig okay. Hier bekommst du Ideen, die einfach umsetzbar sind, den Stress rausnehmen und gleichzeitig allen schmecken. Weil gemeinsames Essen nicht perfekt sein muss, sondern vor allem verbindet.
Los geht’s—Reni
Diese Woche
Kohlrabi hat ein Imageproblem. Er gilt als das Gemüse das Kinder roh essen müssen, weil er gesund ist. Das ist nur leider keine besonders gute Empfehlung. Denn Kohlrabi kann mehr. Er ist einer der unterschätztesten Salat-Kandidaten des Sommers: roh knackig, mild-süßlich, und er nimmt ein gutes Dressing auf wie kaum ein anderes Gemüse. Und eigentlich was für die ganze Familie.
Heute: ein Sesam-Dressing das in einer Minute gemacht ist, und ein Salat der in zehn Minuten auf dem Tisch steht. Besser je länger er zieht — ideal für Meal Prep, ideal als schnelles Mittagessen, ideal als Beilage die sich selbst macht. Ideal für unterwegs.
Vom Markt
Der Kohlrabi—warum er so wenig auf den Teller kommt wird und was wir dagegen tun können
Kohlrabi hat Saison von Mai bis Oktober; Er hat eines der längsten Saisonfenster unter den heimischen Gemüsen. Auf dem Markt gibt es ihn in hellgrün und violett, wobei der Geschmack nahezu identisch ist. Die violette Variante hat etwas mehr Anthocyane in der Schale, aber sobald man schält, ist der Unterschied marginal. Schmeckt fast gleich.
Was Kohlrabi wirklich auszeichnet: er ist roh genauso gut wie gegart — das ist selten. Gurke zum Beispiel verliert beim Erhitzen fast alles was sie interessant macht. Kohlrabi entwickelt beim Garen eine neue Dimension: mild, süßlich, fast kartoffelähnlich in der Textur.
Noch kurz zum Kohlrabi den wir hier verwendet haben: er ist reif und viel größer als ein Gemüse aus dem Handel—größer als ein Handball. Er kommt direkt vom Bauern, in diesem Fall sogar direkt vom Feld. Wir haben leider nur ein paar Stück bekommen. Geschmacklich sehr intensiv, vielleicht etwas bitterer als das normalerweise der Fall wäre. Was man auf dem Bild auch gut sehen kann: Er ist nicht perfekt. Und das gefällt uns dann natürlich noch besser.

Frische erkennen: Festes Fruchtfleisch, Blätter noch grün und nicht zu welk—das ist das wichtigste Zeichen. Kohlrabi der schon weich ist hat zu lange gelegen.
Blätter nicht wegwerfen: Die Blätter sind essbar und schmecken ähnlich wie Spinat. Kurz in der Pfanne mit Knoblauch angeschwenkt eine vollständige Beilage.
Schälen ja oder nein: Junge kleine Kohlrabi können manchmal ungeschält verwendet werden. Größere immer, wie hier in unserem Beispiel, schälen; die Schale wird holzig und bitter.
Saison: Mai bis Oktober. Jetzt, im August, auf dem Höhepunkt — groß, süßlich, mild. Keiner der zu lang gewartet hat wird holzig.
Kinder überzeugen: Roh in Stifte geschnitten mit Hummus oder Frischkäse — fast immer ein Erfolg. Überbacken mit Käse funktioniert als Einstieg für alle die "Kohlrabi nicht mögen". Ich würde sagen, für uns ist er auch der perfekte Begleiter im Auto. Hält ewig und passt gut zu allem anderen Rohkost Gemüse und Obst für unterwegs.
Kohlrabi roh ist ein Snack. Kohlrabi überbacken ist ein Gericht. Dasselbe Gemüse, zwei vollständig verschiedene Erfahrungen.
Gut für dich

Heute auf dem Tisch
Kohlrabi-Salat mit Sesam-Dressing & frischen Kräutern
Roh gehobelt, mit einem Dressing das Sesam, Zitrone und ein wenig Honig zusammenbringt. Fertig in zehn Minuten, kein Herd, nichts zu erhitzen. Der Salat wird besser je länger er zieht — ideal als Meal Prep. Kannst du auch gut nochmal warm machen.

So wird’s gemacht
Kohlrabi vorbereiten: Schälen und in sehr dünne Scheiben oder feine Stifte schneiden — mit einem Gemüsehobel oder Mandoline geht das am schnellsten. Je dünner, desto besser nimmt er das Dressing auf.
Dressing: Alle Dressing-Zutaten in einem Glas mit Deckel kräftig schütteln bis alles emulgiert ist.
Mischen: Kohlrabi mit dem Dressing vermengen, 5 Minuten ziehen lassen — er wird dabei etwas weicher und nimmt das Sesamaroma auf.
Fertigstellen: Kräuter grob zupfen und unterheben. Sesamsamen drüber. Sofort servieren oder bis zu einem Tag im Kühlschrank — er wird mit der Zeit noch besser. Asiatische Schärfe passt perfekt zu diesem Gericht, für die die es so mögen.


Familienküche mit System
Drei Dinge aus dieser Woche
Kohlrabi roh ist ein anderes Gemüse als gegart
Roh ist Kohlrabi knackig, mild-süßlich, fast wie eine Kreuzung aus Radieschen und Gurke. Gegart wird er weich und fast kartoffelähnlich im Charakter. Wer beides kennt, hat aus einem Gemüse zwei vollständige Ideen — das halbiert den Bedarf an neuen Zutaten und verdoppelt die Abwechslung und du kannst größere Mengen gut vorkochen.
Hobeln statt schneiden — bei rohem Kohlrabi entscheidend
Je dünner der rohe Kohlrabi, desto mehr Dressing nimmt er auf und desto milder wird der Eigengeschmack. Mit einem Gemüsehobel in zwei Minuten fertig — mit dem Messer braucht man fünf und das Ergebnis ist dicker und ungleichmäßiger. Ein Gemüsehobel kostet wenig und lohnt sich für fast jeden Rohkost-Salat.
Blätter mitessen — kostenlose Beilage
Die Blätter des Kohlrabis landen meistens im Müll. Das ist schade: sie schmecken ähnlich wie Spinat, sind genauso nährstoffreich, und brauchen nur 2 Minuten in der Pfanne mit etwas Knoblauch und Olivenöl. Kostenlos, saisonal, und kein Abfall. Nochmal: Probiert es mit etwas Schärfe.
Reni’s Ecke
Eure Antworten: Die meisten kennen den Wellant-Apfel vom Markt, aber haben ihn nicht bewusst als Wellant gekauft — er lag einfach da. Interessant: wer ihn einmal bewusst probiert hat, kauft ihn danach gezielt. Ab September kommen die frischen.
Was ich gerade teste: Kohlrabi-Blätter als Pesto — mit Walnüssen, Parmesan und Olivenöl. Erste Versuche sind vielversprechend. Ergebnis kommt wenn ich sicher bin.
Frage an euch: Esst ihr Kohlrabi eher roh oder gegart? Und habt ihr ihn je überbacken gemacht? Antwortet auf diese Mail.
Was noch: Die letzten Wochen des Sommers sind jetzt. Tomaten, Mais, Paprika — jetzt nochmal kaufen, einfrieren oder einkochen was geht. Im Februar ist man froh darum.
Update vom letzten Mal: Der Gnocchi-Auflauf war in der Woche nach dem Newsletter das meistgekochte Rezept — mehrere von euch haben geschrieben dass die Kinder ihn sofort nochmal haben wollten. Genau dafür ist er da.
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NÄCHSTE WOCHE ➡️ Zwetschge — das Obst das den Sommer verabschiedet. Warum man jetzt kaufen und einfrieren sollte, und ein Rezept das süß und herzhaft zusammenbringt. Kommt Freitag.



