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Hey! Du liest Feeding the Family – deinen wöchentlichen Newsletter rund ums Kochen mit und für die Familie. Immer echt, immer regional, immer mit Herz. Hier findest du Ideen fürs Meal Prep, das beste Schulbrot und Inspiration, noch mehr Neues auszuprobieren. Schön, dass du dabei bist ❤️

Und mal ehrlich: Der Familienalltag ist oft ganz schön turbulent – zwischen Job, Kita, Schule und Haushalt bleibt das Kochen manchmal auf der Strecke. Aber genau deshalb sitzen wir alle im selben Boot. Niemand hat immer die perfekte Lösung oder endlos Zeit, und das ist völlig okay. Hier bekommst du Ideen, die einfach umsetzbar sind, den Stress rausnehmen und gleichzeitig allen schmecken. Weil gemeinsames Essen nicht perfekt sein muss, sondern vor allem verbindet.


Los geht’s—Reni

Diese Woche

Letzte Woche habe ich gefragt, ob bei euch an Halloween gegruselt wird. Die Antwort war so eindeutig wie ein Kleinkind vor dem Süßigkeitenregal: Kinder ja, Eltern eher nein. Mehr dazu unten in Reni's Ecke. Was man nicht alles für die Kinder tut.

Also machen wir das Beste draus. Halloween fällt dieses Jahr auf einen Samstag, das heißt: Nachmittags wird verkleidet, abends wird geklingelt, und irgendwann zwischen Hexenhut und Hausflur sollte auch noch jemand etwas Richtiges essen. Genau dafür ist diese Ausgabe. Ein Gruselbuffet, das Kinder lieben, Eltern in Ruhe vorbereiten können und das ganz nebenbei eine gute Grundlage für die anschließende Zuckerflut legt.

Denn das ist mein heimlicher Plan: Wer satt losklingelt, isst hinterher weniger aus der Beute. Wissenschaftlich nicht ganz sauber belegt, aber in unserer Familie seit Jahren erprobt. Deshalb gibt es diesmal ein richtiges Abendessen als Hauptrezept: einen Auflauf, der aussieht wie ein kleiner Friedhof und satt macht wie Omas Sonntagsessen. Und wenn die Mumienhand, die aus dem Püree greift, dabei für Gänsehaut sorgt, umso besser.

Vom Markt

Kürbis — welcher geschnitzt, welcher gekocht und welcher nur angeguckt wird

Im September haben wir den Hokkaido gefeiert, den unkomplizierten Alleskönner. Jetzt, kurz vor Halloween, stehen auf dem Markt aber plötzlich ganz andere Gestalten: riesige orange Laternenkürbisse, warzige Exemplare in Grün und Gelb und kleine bunte Kürbisse, die aussehen, als hätte jemand ein Bonbonglas umgekippt. Hübsch sind sie alle. Essbar? Nicht unbedingt.

Die gute Nachricht: Man muss kein Botaniker sein, um den Überblick zu behalten. Es gibt im Grunde drei Gruppen, und eine davon gehört ausschließlich auf die Fensterbank.

  • Schnitzkürbisse: Die großen, runden, leuchtend orangen Laternenkürbisse. Sie haben eine feste Schale, wenig Fruchtfleisch und viel Hohlraum, also genau richtig zum Aushöhlen. Essen kann man sie theoretisch, aber sie schmecken eher wässrig und fad. Fürs Gesicht top, für die Suppe flop.

  • Speisekürbisse: Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis oder Spaghettikürbis. Die gehören in den Topf und in den Ofen. Zum Schnitzen sind sie zu klein, zu hart oder schlicht zu schade.

  • Zierkürbisse: Die kleinen, bunten, oft warzigen oder gestreiften Kürbisse. Sie enthalten Bitterstoffe (Cucurbitacine), die schon in kleinen Mengen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen können. Bitte nur als Deko, nie auf den Teller, und so hinstellen, dass Kleinkinder nicht dran knabbern.

  • Woran erkenne ich einen guten Schnitzkürbis? Schwer für seine Größe, ohne weiche Stellen, mit einem festen, trockenen Stiel. Am Stiel nie hochheben, der bricht gerne ab, und ohne Stiel fault der Kürbis schneller.

  • Damit er bis Halloween durchhält: Nicht zu früh schnitzen. Ein ausgehöhlter Kürbis hält je nach Wetter nur einige Tage. Also am besten erst zwei, drei Tage vorher ran, kühl und trocken draußen aufstellen und die Schnittkanten mit etwas Speiseöl einreiben, dann trocknen sie langsamer aus.

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„Ein Zierkürbis ist wie ein Babyfoto auf Instagram: zum Anschauen gedacht, nicht zum Anfassen."

Gut für dich

Heute auf dem Tisch

Unten herzhafte Füllung, oben Kartoffelpüree, obendrauf ein kleiner Friedhof. Das gruseligste Abendessen des Jahres ist gleichzeitig das gemütlichste.

Friedhofs-Auflauf — Hack, Gemüse und Püree, mit Grabsteinen aus Knäckebrot

Eigentlich ist das ein ganz klassischer Shepherd's Pie: unten eine würzige Hackfleisch-Gemüse-Füllung in Tomatensauce, oben eine dicke Schicht Kartoffelpüree, die im Ofen goldbraun wird. Ehrliches, sättigendes Familienessen also. Erst die Deko macht daraus einen Friedhof: Grabsteine aus Vollkorn-Knäckebrot, Bäumchen aus Brokkoli, ein bisschen „Friedhofserde" aus Pumpernickel-Krümeln und eine Mumienhand, die sich aus dem Püree nach oben kämpft. Das Beste daran: Der Auflauf lässt sich komplett am Vortag schichten. Am Halloween-Nachmittag muss er nur noch in den Ofen, während ihr Schminke und Hexenhüte sortiert. In der Füllung stecken Möhren und Erbsen, die zwischen all dem Grusel niemand bemerkt.

So wird's gemacht

  1. Kartoffeln aufsetzen: Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser etwa 20 Minuten weich kochen. Währenddessen kümmert ihr euch um die Füllung.

  2. Füllung kochen: Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Zwiebel und Möhren 5 Minuten andünsten. Hack dazugeben und krümelig braten, bis nichts Rosafarbenes mehr zu sehen ist. Tomatenmark kurz mitrösten, dann passierte Tomaten, Brühe, Thymian und Paprika dazu. 15 Minuten offen köcheln lassen, bis die Sauce schön dick ist. Erbsen unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu flüssig darf die Füllung nicht sein, sonst versinkt der Friedhof.

  3. Püree stampfen: Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen und mit Butter und warmer Milch zu einem festen, cremigen Püree stampfen. Mit Muskat und Salz würzen. Lieber etwas fester als zu flüssig, dann halten später die Grabsteine.

  4. Schichten: Die Füllung in die Auflaufform geben, das Püree darauf verteilen und mit einer Gabel Furchen und kleine Hügel hineinziehen. Das sind die Gräber. Käse darüberstreuen. Wer am Vortag vorbereitet: jetzt abkühlen lassen, abdecken und in den Kühlschrank.

  5. Backen: Bei 200 °C Ober-/Unterhitze 20–25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Direkt aus dem Kühlschrank braucht der Auflauf 35–40 Minuten, bis er innen richtig heiß ist. In der Zwischenzeit die Brokkoliröschen 3 Minuten in Salzwasser blanchieren.

  6. Friedhof gestalten: Erst nach dem Backen, sonst verbrennen die Grabsteine. Knäckebrot in Grabstein-Form brechen, Frischkäse in einen Gefrierbeutel füllen, eine winzige Ecke abschneiden und „R.I.P." daraufschreiben. Grabsteine ins Püree stecken, Brokkoli als Bäumchen dazwischen, Pumpernickel-Krümel als Erde verstreuen. Zum Schluss die Mumienhand so hineinstecken, als würde sie gerade aus dem Grab klettern.

Der Halloween Countdown

Ein Gruselbuffet klingt nach Großprojekt. Mit einem kleinen Plan ist es aber eher ein entspannter Samstagnachmittag. Der Trick: Fast alles lässt sich vorbereiten, und am Tag selbst wird nur noch gebacken, gelegt und gestaunt.

Familienküche mit System

Drei Dinge aus dieser Woche

  1. Erst essen, dann klingeln

    Plant das Abendessen bewusst vor die Klingeltour, nicht danach. Hinterher will sowieso niemand mehr etwas Herzhaftes, und der Friedhof steht dank Vorbereitung am Vortag nach 40 Minuten Ofen auf dem Tisch, ohne dass ihr am Nachmittag in der Küche steht. Wer satt losgeht, nascht unterwegs weniger und ist am Ende des Abends deutlich entspannter. Die Eltern übrigens auch.

  2. Die Süßigkeiten-Dose statt Süßigkeiten-Berg

    Am Abend selbst dürfen die Kinder ihre Beute sortieren, bestaunen und sich ein paar Lieblingsstücke aussuchen. Der Rest kommt in eine gemeinsame Dose, aus der es in den nächsten Wochen jeden Tag eine kleine Portion gibt, am besten nach dem Essen. Kein Verbot, kein Drama, nur ein System. Und wer will, kann einen Teil gegen eine Kleinigkeit tauschen, ein Buch zum Beispiel oder einen Ausflug.

  3. Das Innere vom Schnitzkürbis nicht wegwerfen

    Das Fruchtfleisch vom Schnitzkürbis ist zwar eher wässrig, aber essbar. Gemischt mit einem Hokkaido gibt es eine prima Suppe, und die Kerne werden geröstet zum Snack (wie das geht, steht in unserer Hokkaido-Ausgabe). So landet vom Halloween-Kürbis am Ende nur die Schale auf dem Kompost.


Reni’s Ecke

  • Eure Antworten zu Halloween: Ich hatte gefragt, ob bei euch gegruselt wird. Das Ergebnis lässt sich in vier Worten zusammenfassen: Kinder ja, Eltern eher nein. Die Kinder zählen schon die Tage, die Erwachsenen eher die Stunden, bis es wieder vorbei ist. Aber was tut man nicht alles für die Kinder. Am Ende stehen dann doch alle verkleidet an der Haustür, und spätestens beim dritten „Süßes oder Saures!" grinsen auch die Eltern.

  • Das Gruseligste auf dem Teller: Ganz vorne bei euren Antworten: Rosenkohl, mit großem Abstand. Gefolgt von „irgendwas mit Pilzen" und der Haut auf dem Pudding. Mein Favorit war ein Kind, das das Spiegelei kategorisch verweigerte, weil es „mich anguckt". Und am anderen Ende der Skala: Ein Kind hat freiwillig in eine Zitronenscheibe gebissen und wollte gleich noch eine. Gruselig auf ganz eigene Art.

  • Das große Puffer-Voting: Süß oder herzhaft? Es war knapp, aber Team Herzhaft hat mit dem Kräuterquark gewonnen. Team Apfelmus hat allerdings angekündigt, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Die Puffer-Frage bleibt also das, was sie immer war: eine Familienangelegenheit.

  • Update Waffeleisen-Puffer: Masse ins Waffeleisen, Deckel zu, kein Wenden, kein Spritzen, kein Puffer-Chaos. Und das Ergebnis? Super knusprig und lecker. Durch die Waffelform gibt es sogar noch mehr Kruste als in der Pfanne. Ich bin offiziell bekehrt. Tipp: Das Eisen gut vorheizen, dünn einfetten und die Masse wirklich gut auspressen, dann klappt es auf Anhieb.

  • Die Frage der Woche: Nächste Woche wird es grün. Darum möchte ich wissen: Welches Gemüse essen eure Kinder ohne Diskussion, und bei welchem wird am Tisch verhandelt wie bei einem Tarifabschluss? Habt ihr einen Trick, mit dem Grünzeug doch auf der Gabel landet? Antwortet einfach auf diese Mail, die besten Tricks kommen in die nächste Ausgabe.

    Für alle, die keine Klingeltour machen: Der Friedhofs-Auflauf und die Monster-Brote funktionieren genauso gut als gruseliges Abendbrot zu Hause, mit Kerzen, einer Taschenlampe und einer Gruselgeschichte. Manchmal ist das sogar das schönste Halloween.

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