Hey! Du liest Feeding the Family â deinen wöchentlichen Newsletter rund ums Kochen mit und fĂŒr die Familie. Immer echt, immer regional, immer mit Herz. Hier findest du Ideen fĂŒrs Meal Prep, das beste Schulbrot und Inspiration, noch mehr Neues auszuprobieren. Schön, dass du dabei bist â€ïž
Und mal ehrlich: Der Familienalltag ist oft ganz schön turbulent â zwischen Job, Kita, Schule und Haushalt bleibt das Kochen manchmal auf der Strecke. Aber genau deshalb sitzen wir alle im selben Boot. Niemand hat immer die perfekte Lösung oder endlos Zeit, und das ist völlig okay. Hier bekommst du Ideen, die einfach umsetzbar sind, den Stress rausnehmen und gleichzeitig allen schmecken. Weil gemeinsames Essen nicht perfekt sein muss, sondern vor allem verbindet.
Los gehtâsâReni
Diese Woche
Es gibt zwei Sorten Menschen: die, die Puffer mit Apfelmus essen, und die, die Puffer mit KrĂ€uterquark essen. Und dann gibt es noch Kinder, die beides gleichzeitig wollen, auf demselben Teller, bitte ohne dass es sich berĂŒhrt. Diese Ausgabe ist fĂŒr alle drei.
Puffer haben einen Ruf: fettige KĂŒche, Dunstabzugshaube auf Stufe drei, und am Ende steht man allein am Herd, wĂ€hrend alle anderen schon essen. Stimmt alles. Deshalb machen wir es diesmal anders: Wenn die KĂŒche schon nach Bratfett riecht, dann richtig. Doppelte Menge, einmal reiben, einmal braten â und morgen gibt's die zweite Runde aus dem Ofen, knusprig wie am ersten Tag. Was ĂŒbrig bleibt, wandert kalt in die Brotbox, wo Puffer ehrlich gesagt eine ziemlich gute Figur machen.
Und weil Wochenende ist: Gugelhupf. Mit Skyr statt einem halben Pfund Butter, saftig, nicht zu sĂŒĂ, und in Scheiben eingefroren der beste Brotbox-Nachtisch, den ich kenne. Versprochen war letzte Woche auĂerdem, dass diesmal nichts in der Form kleben bleibt. Ich halte Wort.
Vom Markt
Junger Ingwer â der Ingwer, der nicht um die halbe Welt gereist ist
Letzte Woche angekĂŒndigt, jetzt ist er da: junger Ingwer aus heimischem Anbau. Ja, Ingwer wĂ€chst auch bei uns, in GewĂ€chshĂ€usern und Folientunneln, und wird ab Ende September geerntet. Der Unterschied zum Ingwer aus dem Supermarktregal ist ungefĂ€hr so groĂ wie der zwischen einem FrĂŒhkartoffel-Salat und KartoffelpĂŒree aus der TĂŒte.
Der importierte Ingwer wird ausgereift geerntet und lange gelagert, damit er die Reise ĂŒbersteht. Dadurch wird er faserig, die Schale ledrig und die SchĂ€rfe ziemlich direkt. Junger Ingwer dagegen ist saftig, zart, mit rosa Spitzen, und seine Schale ist so dĂŒnn, dass man sie einfach dranlĂ€sst. Er ist frischer, fruchtiger und milder. Also genau der Ingwer, den man auch Kindern mal in einem Saft unterjubeln kann, ohne dass es Protest gibt.

Wo kaufen: Beim Biomarkt oder auf dem Wochenmarkt â am besten Woran erkenne ich ihn? Helle, fast cremeweiĂe Knollen mit rosa bis pinken Spitzen, oft noch mit grĂŒnen StĂ€ngeln dran. Die Haut ist glatt und glĂ€nzend statt braun und runzlig.
SchĂ€len? Nein. Einfach waschen, fertig. Die Schale ist hauchdĂŒnn und gibt beim Pressen oder Reiben sogar noch extra Aroma ab.
Saison:Â Etwa von Ende September bis in den November. Danach ist die Ernte vorbei â wer ihn mag, kauft jetzt ruhig etwas mehr.
Lagern: Anders als der Lager-Ingwer ist er nicht lange haltbar: In ein feuchtes Tuch oder eine Dose im GemĂŒsefach hĂ€lt er etwa ein bis zwei Wochen. Am StĂŒck eingefroren hĂ€lt er monatelang und lĂ€sst sich gefroren sogar besser reiben.
Die StĂ€ngel nicht wegwerfen: Die grĂŒnen Triebe duften zitronig-ingwerig. Mit heiĂem Wasser ĂŒbergossen werden sie zu einem milden Tee, der auch kleinen Nasen schmeckt.
âJunger Ingwer ist wie ein Welpe unter den Wurzeln â zart, rosa, und man hat ihn sofort gern."
Gut fĂŒr dich

Heute auf dem Tisch
Einmal die KĂŒchenreibe schwingen, einmal die KĂŒche nach Kirmes riechen lassen â und dafĂŒr zwei Abendessen und eine Brotbox-FĂŒllung im KĂŒhlschrank.
Kartoffel-Möhren-Puffer mit KrĂ€uterquark â die doppelte Portion
Der Unterschied zwischen einem Puffer, der knuspert, und einem, der labbert, liegt in einem einzigen Schritt: auspressen. Geriebene Kartoffeln bestehen zu einem groĂen Teil aus Wasser, und Wasser in der Pfanne heiĂt DĂŒnsten statt Braten. Also: rein ins KĂŒchentuch, krĂ€ftig auswringen â und dann den kleinen Trick mit der StĂ€rke anwenden, der aus guten Puffern richtig gute macht. Die Möhre bringt SĂŒĂe, Farbe und ein bisschen GemĂŒse-Alibi fĂŒr alle, die das brauchen. Und beim Kartoffelkauf lohnt ein Blick aufs Schild: vorwiegend festkochend ist fĂŒr Puffer ideal â genug StĂ€rke zum Binden, genug Biss fĂŒr die Kruste. Mehligkochende gehen auch, dann aber besonders grĂŒndlich auspressen.

So wird's gemacht
KrĂ€uterquark zuerst: Quark mit Milch oder Mineralwasser glatt rĂŒhren (Mineralwasser macht ihn schön luftig), KrĂ€uter fein schneiden, mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und optional Knoblauch unterrĂŒhren. Kalt stellen â er wird besser, wĂ€hrend ihr reibt.
Reiben: Kartoffeln und Möhren schĂ€len und grob reiben, Zwiebeln fein reiben. Am schnellsten geht das mit der Reibescheibe der KĂŒchenmaschine â bei der doppelten Menge sagen eure Unterarme Danke.
Auspressen â der wichtigste Schritt: Die Masse portionsweise in ein sauberes KĂŒchentuch geben und ĂŒber einer SchĂŒssel krĂ€ftig auswringen. Die FlĂŒssigkeit 5 Minuten stehen lassen: Am Boden setzt sich weiĂe KartoffelstĂ€rke ab. Wasser vorsichtig abgieĂen, die StĂ€rke zurĂŒck in die Masse geben. Sie bindet besser als jedes Extra-Mehl.
Mischen:Â Eier, Mehl oder Haferflocken, Salz, Muskat und Pfeffer untermischen. Nicht lange stehen lassen â sonst zieht die Masse wieder Wasser und wird grau.
Braten: Reichlich Ăl in einer groĂen Pfanne heiĂ werden lassen (ein Holzlöffelstiel bildet kleine BlĂ€schen). Pro Puffer 2 gehĂ€ufte EL Masse hineingeben, flach drĂŒcken und bei mittlerer bis starker Hitze 3â4 Minuten pro Seite goldbraun braten. Nicht zu frĂŒh wenden â der Puffer löst sich von selbst, wenn er so weit ist.
Warmhalten und aufteilen: Fertige Puffer kurz auf KĂŒchenpapier abtropfen lassen, dann auf ein Gitter im Ofen bei 100 °C legen â auf dem Gitter bleiben sie knusprig, gestapelt werden sie weich. Die HĂ€lfte fĂŒr morgen auf dem Gitter komplett abkĂŒhlen lassen, dann in eine Dose (Lagen mit Backpapier trennen) und ab in den KĂŒhlschrank.

Einmal braten, mehrmals essen
Die doppelte Menge macht kaum mehr Arbeit: Die Reibe ist ohnehin schon dreckig, das Ăl schon heiĂ, die KĂŒche riecht ohnehin schon nach Kirmes. So verteilt sich die Ausbeute auf die Woche â plus ein Gugelhupf, der ein paar Tage durchhĂ€lt.




FamilienkĂŒche mit System
Drei Dinge aus dieser Woche
Die Brotbox-Formel: kalt lecker, Dip getrennt, KĂŒhlakku drauf
Nicht alles, was warm schmeckt, taugt fĂŒr die Brotbox â Puffer schon. Die Regel dahinter: Das Hauptding muss auch kalt gut sein, alles Feuchte (Dip, Quark, SoĂe) kommt in ein eigenes kleines Döschen, damit nichts durchweicht. Und weil Quark ein Milchprodukt ist, gehört bei warmem Wetter oder langen Schultagen ein KĂŒhlakku mit in die Tasche.
Puffer einfrieren â mit Backpapier dazwischen
Wer noch mehr Puffer ĂŒbrig hat: komplett abkĂŒhlen lassen, erst einzeln auf einem Blech anfrieren, dann mit Backpapier dazwischen in einen Gefrierbeutel. Sie halten etwa 3 Monate und kommen gefroren direkt in den Ofen â 220 °C, 12â15 Minuten. Das ist schneller als jede TiefkĂŒhlpizza.
Kuchen gehört in Scheiben eingefroren, nicht am StĂŒck
Ein ganzer Kuchen im Gefrierschrank wird selten gegessen, weil man ihn erst stundenlang auftauen muss. Scheiben dagegen sind in 1â2 Stunden aufgetaut und lassen sich einzeln entnehmen. Einzeln in Butterbrotpapier wickeln, zusammen in eine Dose, beschriften. Ein StĂŒck Gugelhupf in der Brotbox ist die freundlichste Nachricht, die man einem Schulkind mitgeben kann, ganz ohne Worte.
Reniâs Ecke
Eure Krankentag-Suppen: Ich hatte ja gewettet, dass jede Familie ihre eigene Suppe hat. Wette verloren, und zwar deutlich: Bei fast allen von euch ist es die HĂŒhnersuppe. Kein Kopf-an-Kopf-Rennen, kein Ăberraschungssieger, nicht mal ein ernsthafter Herausforderer. Variiert wird höchstens bei der Einlage: Nudeln, Reis, Buchstaben oder âbitte nur BrĂŒhe, Mama". Omas Rezept hat also gewonnen. Wer noch keins hat: Es steht in der letzten Ausgabe, und eine Portion im Gefrierschrank ist die beste Versicherung fĂŒr die ErkĂ€ltungssaison.
Die groĂe Frage der Woche: Puffer mit Apfelmus oder mit KrĂ€uterquark? Ich brauche eine ehrliche Zahl fĂŒr den Familienfrieden. Antwortet einfach auf diese Mail mit âsĂŒĂ" oder âherzhaft" â nĂ€chste Woche gibt's das Ergebnis.
Was ich gerade teste:Â Puffer im Waffeleisen. Masse rein, Deckel zu, kein Wenden, kein Spritzen. Ob das Ergebnis wirklich knusprig genug ist, verrate ich euch, sobald ich zufrieden bin.
Das ĂŒbrige Bratöl nicht in den Ausguss kippen â abgekĂŒhlt in ein altes Schraubglas fĂŒllen und mit dem RestmĂŒll entsorgen. Eure Rohre (und euer Klempner) werden es euch danken.
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