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Hey! Du liest Feeding the Family – deinen wöchentlichen Newsletter rund ums Kochen mit und für die Familie. Immer echt, immer regional, immer mit Herz. Hier findest du Ideen fürs Meal Prep, das beste Schulbrot und Inspiration, noch mehr Neues auszuprobieren. Schön, dass du dabei bist ❤️

Und mal ehrlich: Der Familienalltag ist oft ganz schön turbulent – zwischen Job, Kita, Schule und Haushalt bleibt das Kochen manchmal auf der Strecke. Aber genau deshalb sitzen wir alle im selben Boot. Niemand hat immer die perfekte Lösung oder endlos Zeit, und das ist völlig okay. Hier bekommst du Ideen, die einfach umsetzbar sind, den Stress rausnehmen und gleichzeitig allen schmecken. Weil gemeinsames Essen nicht perfekt sein muss, sondern vor allem verbindet.


Los geht’s—Reni

Diese Woche

Mitte August — das ist die Zeit in der man merkt dass der Sommer nicht mehr zurückkommt, aber eben auch noch nicht weg ist. Die Tomaten auf dem Markt sind noch da, aber daneben stehen jetzt schon die ersten Zwetschgen. Dunkelblau, fest, mit diesem weißen Belag der zeigt dass sie frisch sind.

Für mich ist die Zwetschge das Obst das den Übergang markiert. Sie ist nicht sommerlich-leicht wie Pfirsich oder Aprikose — sie ist schwerer, säuerlicher, ernsthafter. Sie gehört in den Ofen, ins Kompott, auf den Kuchen. Und genau da fangen wir heute an.

Drei Rezepte, eine Zutat: der Blechkuchen ist das Hauptrezept, für den Nachmittag, für Gäste, für das Blech das alle leer essen. Das Kompott und die Overnight Oats sind die schnellen Extras die den Rest der Woche retten.

Vom Markt

Zwetschge—und warum sie nicht dasselbe ist wie eine Pflaume

Auf dem Markt werden beide oft als "Pflaumen" verkauft. Im Supermarkt steht auf der Schale meistens einfach "Pflaumen". Aber Zwetschge und Pflaume sind botanisch verschiedene Früchte — mit verschiedenem Geschmack, verschiedener Textur und verschiedenen Kücheneigenschaften. Es lohnt sich den Unterschied zu kennen.

  • Frische erkennen: Der weiße Belag (Duftfilm) auf der Schale ist kein Schmutz — er zeigt dass die Frucht frisch und unberührt ist. Wer ihn abwischt, wischt das Frischezeichen weg.

  • Saison: August bis Oktober. Jetzt, Mitte August, der Beginn — die erste Welle. Im September kommen die intensivsten Sorten.

  • Einfrieren: Halbieren, entsteinen, auf einem Tablett einfrieren, dann in Beutel. Hält 10 Monate — für Kompott und Kuchen im Winter genauso gut wie frisch.

  • Kinder überzeugen: Roh oft zu säuerlich für kleine Kinder. Im Kuchen oder als Kompott mit etwas Zucker fast immer akzeptiert. Das Kompott heute ist der einfachste Einstieg.

Wer im Supermarkt Pflaumen kauft bekommt meistens Pflaumen. Wer auf dem Markt nach Zwetschgen fragt bekommt das was in den Kuchen gehört.

Gut für dich

Heute auf dem Tisch

Zwetschgen-Hefeblechkuchen mit Zimtstreuseln

Ein Hefeteig-Blechkuchen braucht Geduld — aber kaum Handarbeit. Teig ansetzen, gehen lassen, belegen, nochmal gehen lassen, backen. Der Ofen macht den Rest. Das Ergebnis ist luftig, leicht süßlich und trägt das schwere Zwetschgenobst besser als jeder Mürbeteig.

Der Hefeteig ist der Grund warum dieser Kuchen so anders schmeckt als zuhause gemachter Mürbeteigkuchen — luftig, weich, mit einem leichten Hefearoma das perfekt zur säuerlichen Zwetschge passt. Die Zimtstreusel obendrauf geben den Knack und den Herbstgeschmack.

So wird’s gemacht

  1. Hefe aktivieren: Hefe in lauwarmer Milch mit einem Teelöffel Zucker auflösen. 10 Minuten stehen lassen bis sie schäumt — das zeigt dass sie aktiv ist.

  2. Teig kneten: Mehl, restlichen Zucker, Vanillezucker und Salz mischen. Hefemilch, Ei und weiche Butter dazugeben. 8 Minuten mit der Maschine oder 10 Minuten von Hand zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Er soll sich vom Schüsselrand lösen.

  3. Erstes Gehen: Teig abgedeckt an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.

  4. Zimtstreusel: Während der Teig geht — Mehl, Zucker und Zimt mischen. Kalte Butterwürfel dazugeben und mit den Fingern zu groben Streuseln verreiben. Kalt stellen bis zur Verwendung.

  5. Teig ausrollen: Ofen auf 180 Grad vorheizen. Teig auf dem bemehlten Blech ausrollen oder mit den Händen gleichmäßig in die Ecken drücken. Nochmal 15 Minuten gehen lassen.

  6. Belegen: Zwetschgen mit Zucker, Zimt und Speisestärke mischen. Dicht an dicht mit Schnittfläche nach oben auf den Teig setzen. Zimtstreusel großzügig darüber verteilen.

  7. Backen: 28–33 Minuten bis die Streusel goldbraun sind und der Teigrand leicht gebräunt ist. Auf dem Blech abkühlen lassen — der Kuchen setzt sich noch nach.

Familienküche mit System

Drei Dinge aus dieser Woche

  1. Speisestärke in Obstkuchen, kein optionaler Schritt

    Zwetschgen geben beim Backen viel Saft ab. Ohne Speisestärke wird der Boden nass und matschig. Ein Esslöffel Stärke unter die Zwetschgen gemischt bindet den Saft während des Backens und hält den Boden knusprig. Das gilt für alle saftigen Obstsorten auf Kuchenboden — Kirschen, Pflaumen, Aprikosen.

  2. Granola einmal machen, vier Wochen nutzen

    Selbstgemachtes Granola braucht 35 Minuten — einmal. Dann hält es vier Wochen in einer Dose und steht jeden Morgen bereit. Wer es einmal gemacht hat kauft nie mehr Fertiggranola. Der Geschmack ist nicht vergleichbar, die Kontrolle über Zucker und Fett vollständig.

  3. Zwetschgen jetzt kaufen und einfrieren

    Die Saison geht bis Oktober — aber wer jetzt kauft und einfriert hat bis in den Frühling Zwetschgen für Kompott und Kuchen. Entsteinen, halbieren, einzeln einfrieren. Direkt aus dem Gefrierer in den Topf oder auf den Kuchen — funktioniert genauso gut wie frisch.

Reni’s Ecke

  • Eure Antworten: Fast alle essen Kohlrabi roh — und fast niemand hat ihn bisher überbacken gemacht. Das kommt noch. Das Rezept vom letzten Freitag hat eine ungewöhnlich hohe Antwortrate bekommen, und fast alle haben den Sesam-Dressing-Tipp direkt ausprobiert.

    Was ich gerade teste: Zwetschgen-Chutney mit Ingwer und Chili — herzhaft, zu Käse und Fleisch. Die erste Version war zu süß. Zweiter Versuch läuft.

    Frage an euch: Macht ihr Overnight Oats schon regelmäßig — oder klingt das noch nach mehr Aufwand als es ist? Antwortet auf diese Mail.

    Der Herbst kündigt sich an. Auf dem Markt stehen jetzt die ersten Kürbisse neben den letzten Tomaten. Das ist der schönste Moment des Jahres auf dem Markt — zwei Jahreszeiten gleichzeitig.

    Update vom letzten Mal: Kohlrabi-Blätter-Pesto hat funktioniert — intensiver als Basilikum, mit mehr Biss. Ein Teelöffel auf Pasta mit etwas Parmesan war die beste Variante. Kommt in eine eigene Ausgabe wenn ich das Rezept festgelegt habe.

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NÄCHSTE WOCHE ➡️ Sonderausgabe Einschulung — was man kocht wenn der Sommer aufhört und der Ernst des Lebens anfängt. Der letzte Grillabend der Saison, Fingerfood für die Feier, und das erste Schulbrot das auch wirklich gegessen wird. Kommt am Wochenende.