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Du liest Feeding the Family – deinen wöchentlichen Newsletter rund ums Kochen mit und für die Familie. Immer echt, immer regional, immer mit Herz. Hier findest du Ideen fürs Meal Prep, das beste Schulbrot und Inspiration, noch mehr Neues auszuprobieren. Schön, dass du dabei bist ❤️
Und mal ehrlich: Der Familienalltag ist oft ganz schön turbulent – zwischen Job, Kita, Schule und Haushalt bleibt das Kochen manchmal auf der Strecke. Aber genau deshalb sitzen wir alle im selben Boot. Niemand hat immer die perfekte Lösung oder endlos Zeit, und das ist völlig okay. Hier bekommst du Ideen, die einfach umsetzbar sind, den Stress rausnehmen und gleichzeitig allen schmecken. Weil gemeinsames Essen nicht perfekt sein muss, sondern vor allem verbindet.
Los geht’s—Reni
Diese Woche
Ich hab letzte Woche auf dem Markt einen Stand gesehen der fast leer war. Neben ihm: ein Stand mit Erdbeeren, Schlange bis zur Straße. Auf dem leeren Stand: rote Johannisbeeren. Prall, dunkelrot, hängend wie kleine Perlen am Zweig. Einfach fabelhaft.
Ich hab zwei Schalen mitgenommen. Der Verkäufer hat mich fast umarmt.
Rote Johannisbeeren haben ein kurzes Fenster. Juni bis Anfang August. Wer zögert, verpasst sie. Und das wäre schade, weil sie das sind was Erdbeeren nicht sind: intensiv, säuerlich, komplex. Sie machen aus einem einfachen Hähnchen- oder Putengeschmack etwas das nach Sommer schmeckt.
Heute zeige ich dir warum—und eine geschmorte Putenkeule aus dem Bräter die ich einmal befüllt, in den Ofen gestellt und nach einer Stunde fertig vorgefunden habe. Das ist die Art von Kochen die ich im Sommer brauche.
Vom Markt
Rote Johannisbeere—das kurze Fenster das sich lohnt
Juni bis Anfang August — das ist alles. Wer sie verpasst, wartet ein Jahr. Aber wer sie kauft, bekommt das süßeste und gleichzeitig säuerlichste Obst das der Sommer hat — und das vielseitigste.
Roh sind sie intensiv und fast zu sauer für sich allein. Für die Kinder sowieso. Sobald sie mit etwas Wärme, Zucker oder Fett kombiniert werden, öffnen sie sich — werden komplex, fruchtig, tief. Genau das passiert heute im Bräter.

Als Sauce: Kurz mit Butter und Zucker in der Pfanne — werden zur Fruchtsoße die zu Fleisch, Wild oder Käse passt. Fertig in 3 Minuten.
Roh im Salat: Als Kontrast zu mildem Käse, Walnüssen oder Rucola. Ihre Säure macht Salate lebendiger als jedes Dressing.
Einfrieren: Direkt vom Zweig in den Gefrierbeutel — hält 6 Monate. Im Winter über Joghurt, Porridge oder Desserts — ein Stück Sommer im Januar.
Saison& Einkauf: Juni bis August in Deutschland. Jetzt peak. Beeren fest, glänzend, gleichmäßig rot — das ist das Frischezeichen. Am Zweig lassen bis zur Verwendung.
Warum sich Bio lohnt: Johannisbeeren werden mit Schale gegessen und gehören zu den Früchten mit hoher Pestizidrückstandsmenge bei konventionellem Anbau. Bio macht hier einen echten Unterschied.
Lagerung: Im Kühlschrank bis 5 Tage — am Zweig lassen, erst kurz vor Verwendung abzupfen. Einfrieren: direkt vom Zweig, ohne waschen.
Kinder überzeugen: Roh oft zu sauer für Kinder. Geht auch bei uns daheim gar nicht. Kurz mit etwas Honig erwärmt oder in die Sauce: die Säure weicht, die Süße kommt. Fast alle Kinder mögen die Sauce im heutigen Rezept.
Rote Johannisbeeren machen aus einem einfachen Schmorgericht etwas das nach Sommer schmeckt. Das ist ihr einziger Trick—aber was für einer.
Gut für dich
Rote Johannisbeeren sind ein Nährstoffwunder im kleinen Format — mehr Vitamin C als Orangen, mehr Antioxidantien als fast jedes andere heimische Obst. Was drin steckt überrascht fast jeden.

Der Bräter—Einmal erklärt, immer genutzt
Ein Bräter ist kein Topf und kein Backblech. Er ist beides zusammen — und er ist das einzige Küchengerät das Fleisch, Gemüse und Sauce gleichzeitig, ohne Aufwand und ohne Aufmerksamkeit fertig macht. Einmal verstehen wie er funktioniert, und man benutzt ihn für den Rest des Lebens. Ist auch in der Regal was was ewig hält 😎

Heute auf dem Tisch
Jetzt weißt du was Johannisbeeren können und warum der Bräter das einfachste Werkzeug der Familienküche ist. Das Rezept heute verbindet beides — und macht sich fast von selbst.
Geschmorte Putenkeule mit Sommergemüse aus dem Bräter

Putenkeule anbraten, Gemüse dazu, Johannisbeeren rein, Brühe drüber, Deckel drauf — in den Ofen. 75 Minuten später ist das Fleisch so weich dass es vom Knochen fällt, das Gemüse hat die Sauce aufgesogen und die Johannisbeeren haben alles mit einer leichten Fruchtsäure abgerundet die man so nicht erwartet.

So wird’s gemacht
Ofen vorheizen: Auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze). Putenkeule aus dem Kühlschrank nehmen — Zimmertemperatur gart gleichmäßiger.
Anbraten — nie überspringen: Olivenöl im Bräter bei starker Hitze erhitzen. Putenkeule von allen Seiten 3–4 Minuten anbraten bis sie rundherum goldbraun ist. Herausnehmen, beiseite stellen. Die Röststellen am Boden des Bräters sind Gold — nicht wegwischen.
Basis aufbauen: Zwiebel in Spalten, Knoblauch angedrückt, Karotten und Pastinaken in groben Stücken in den Bräter geben. Kurz anbraten bis sie leicht Farbe bekommen. Kartoffeln dazu.
Ablöschen und aufbauen: Mit Weißwein ablöschen, Röststellen vom Boden lösen. Brühe dazugeben. Honig einrühren. Hälfte der Johannisbeeren dazu. Thymian-Zweige rein. Putenkeule obendrauf setzen — sie soll zu einem Drittel in der Flüssigkeit liegen.
Deckel drauf, in den Ofen: Bräter schließen, auf mittlere Schiene in den Ofen. 60 Minuten nicht öffnen.
Zucchini dazu, weiter garen: Nach 60 Minuten Bräter kurz öffnen. Zucchini in groben Stücken dazugeben. Deckel wieder drauf, weitere 15 Minuten. Dann Deckel abnehmen, nochmals 10 Minuten offen — die Putenkeule bekommt oben leichte Farbe.
Fertigstellen: Bräter aus dem Ofen. Rest der Johannisbeeren roh obendrauf — die frischen Beeren geben einen hellen Kontrast zur tiefen Sauce. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Frische Kräuter drüber, direkt aus dem Bräter servieren.

Familienküche mit System
Drei Dinge aus dieser Woche
Immer anbraten—auch wenn es in den Ofen kommt
Das ist die wichtigste Regel beim Bräter und die am häufigsten übersprungene. Die Maillard-Reaktion beim Anbraten erzeugt hunderte Aromastoffe die beim Garen im Ofen nicht entstehen. Eine Putenkeule die direkt in den kalten Bräter kommt schmeckt nach Gekochtem. Eine die vorher angebraten wurde schmeckt nach Gebratenem und Geschmortem. 8 Minuten Unterschied, komplett anderes Ergebnis.
Johannisbeeren zweimal einsetzen—roh und gegart
Die Hälfte der Beeren kommt in den Bräter und gart mit — gibt der Sauce Tiefe, Fruchtigkeit und eine leichte Säure die Fleischgerichte aufrundet. Die andere Hälfte kommt roh am Ende obendrauf — frisch, leuchtend, als Kontrast zur dunklen Sauce. Zwei Texturen, zwei Geschmacksmomente, eine Zutat.
Doppelte Menge—der Bräter macht es kostenlos
Ein Bräter der für 4 Portionen befüllt ist macht genauso viel Arbeit wie einer für 8. Die Garzeit ist identisch, der Aufwand gleich. Wer die doppelte Menge macht hat zwei Abende gekocht ohne zweimal zu kochen. Das eingefrorene Schmorgericht im Oktober ist das Ergebnis einer Entscheidung die man im Juni trifft.
Reni’s Ecke
Eure Antworten: Ich hab gefragt was dieses Jahr zum ersten Mal auf den Grill kommt. Die häufigste Antwort: Halloumi. Ich freue mich. Halloumi gehört auf jeden Grill und kommt im Juli in eine eigene Ausgabe.
Was ich gerade teste: Johannisbeeren als Pesto — mit Walnüssen, Olivenöl, etwas Parmesan. Klingt unwahrscheinlich, schmeckt überraschend gut. Ergebnis kommt wenn ich sicher bin.
Wa uns noch geschmeckt und als Idee fasziniert hat: Layered Meat & Potato
Frage an euch: Habt ihr einen Bräter zuhause der selten benutzt wird? Antwortet auf diese Mail — ich will wissen warum und was ich dagegen tun kann.
Erste Pfirsiche die wirklich reif sind. Noch eine Woche warten — dann kommen sie direkt auf den Grill. Das wird eine Ausgabe im Juli.
Was mich begeistert hat: Was das Landgut Stober für eine durch und durch feine Adresse ist. Dort waren wir diese Woche mit dem Kindergarten und den Großeltern unterwegs. Schaut euch das mal an. Ist ein besonderer Ort und ein großartiges Team.

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NÄCHSTE WOCHE ➡️ Sommerformat beginnt — kürzere Rezepte, mehr Grill, weniger Ofen. Und Pfirsiche direkt auf den Rost. Weil niemand im Juli neben dem Herd stehen will. Kommt Freitag.
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